Musiktherapie und Musiktherapeutische Förderung
Die meisten Kinder und Jugendlichen stehen Musik aufgeschlossen gegenüber und lassen sich von ihr bewegen
Was ist Musiktherapie?
Musiktherapie nutzt die vielfältigen Eigenschaften der Musik, um Menschen in ihren persönlichen Lebenslagen zu erreichen. Sie zielt darauf ab, das körperliche, geistige und seelische Wohlergehen der Menschen zu verbessern. Dabei geht es nicht um das Erlernen eines Instrumentes, sondern die Musik selbst ist Ausdrucksmittel. Das Medium Musik beinhaltet hierfür vielfältige Einsatzmöglichkeiten: z.B. schafft Musik eine Verbindung zu tiefen Gefühlen oder eröffnet neue Handlungsweisen und Beziehungserfahrungen.

Musiktherapie setzt dafür keine speziellen musikalischen oder feinmotorischen Fähigkeiten voraus.
Was bewirkt Musiktherapie?
Musik und Klänge sprechen beim Menschen emotionale, sensomotorische und kognitive Kanäle an, über die Selbstwert, Fantasie, Körper- und Raumempfinden, motorische und sprachliche Koordination sowie Gedächtnis und Aufmerksamkeit aufgebaut und gefördert werden können.

Musiktherapie...
  • bietet die Möglichkeit, die emotionale Erlebnisfähigkeit und Beziehungsfähigkeit wiederherzustellen, zu erhalten und zu fördern
  • fördert Sozialverhalten und Sozialkompetenz
  • fördert Ausdrucks- und Kommunikationsfähigkeit
  • fördert soziale Wahrnehmung, Konzentration und Ausdauer
  • unterstützt bei der Früherkennung auftretender Probleme
  • als Prävention
Für wen ist Musiktherapie an einer Musikschule geeignet?
Vorrangig sollen mit dem musiktherapeutischen Angebot der Musikschule bei St. Anna e.V. Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, angesprochen werden, die Musik für sich entdecken und erleben wollen, jedoch ohne einen (überfordernden) Leistungsdruck. Hierbei richtet es sich besonders an musikinteressierte Kinder und Jugendliche, die aus dem übrigen musikalischen Unterrichtsangebot der Musikschule rausfallen bzw. an Kinder und Jugendliche mit erhöhtem Förderbedarf.

Musiktherapie ist geeignet für Menschen mit

  • emotionalen und sozialen Problemen (z.B. Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrationsschwierigkeiten, Schwierigkeiten im Umgang mit und im Kontakt zu anderen Kindern, Krisensituationen)
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Koordinationsstörungen
  • sprachlichen Beeinträchtigungen
  • Autismus bzw. autistischen Zügene
  • Entwicklungsverzögerungen oder anderen (tiefgreifenden) Entwicklungsstörungen
  • Lernbehinderungen
  • Sinnesbehinderungen
  • geistigen oder körperlichen Behinderungen
Arbeitsweise der Musiktherapeutin
Es geht nicht um ein musikalisches Lernziel, sondern um individuell formulierte Therapieziele, die der Förderung der Persönlichkeitsentwicklung sowie der Ausdrucks-, Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit dienen, bis hin zur Reduktion von störungsspezifischen Anzeichen.
Im Vordergrund steht die Art der Beziehungsgestaltung zwischen der Therapeutin und dem Kind. Ausgegangen wird von den individuellen Interessen und Möglichkeiten des Kindes. Hierfür sucht die Therapeutin gemeinsam mit dem Kind musikalische und spielerische Möglichkeiten.
Auf verschiedenen Instrumenten kann ausprobiert und improvisiert werden und können Klänge erfahren werden.
Diese Erfahrungen erfolgen je nach Bedarf im freien oder strukturierten auch mal übenden musikalischen Spiel, im freien kindlichen Spiel, im Gespräch und in Rollenspielen. Auch andere kreative Medien wie Malen oder Bewegung zur Musik werden miteinbezogen. Neben dem gemeinsamen Musikmachen wird auch das Musikhören eingesetzt. So werden auf spielerische Weise bspw. die motorischen Fähigkeiten, das Sprachvermögen und Sozialverhalten gefördert.
Musiziert wird auf verschiedenen Instrumenten, die man auch ohne Vorkenntnisse zum Klingen bringen kann:
Klavier, Orff – Instrumentarium (z.B. Stabspiele, Trommeln), Schlagzeug
Angebote
  • Einzel- und Gruppenmusiktherapie
  • Musiktherapeutische Förderung
  • Instrumentalunterricht für behinderte Menschen
Das Angebot besteht einerseits aus der Möglichkeit zu Einzel- oder Gruppenmusiktherapie mit überwiegend individuell formulierten therapeutischen Zielsetzungen. Andererseits besteht die Möglichkeit. von musikalischen Übergangsangeboten (= Musiktherapeutische Förderung) mit vorwiegend musik- und heilpädagogischen Zielsetzungen in Gruppen sowie im Rahmen von Instrumentalunterricht für behinderte Menschen.

Einzel- und Gruppenmusiktherapie

  • Psychotherapeutische Begleitung
  • Psychische Probleme stehen im Vordergrund
  • Individuelle Bedürfnisse und Schwierigkeiten des Kindes oder Jugendlichen werden fokussiert
  • Im geschützten Rahmen können im musikalischen Zusammenspiel mit der Therapeutin neue Beziehungserfahrungen gemacht, Lösungsmöglichkeiten erprobt und seelische Konflikte bearbeitet werden
  • In der Gruppenmusiktherapie zudem: Gruppe als Lernfeld (z.B. soziale Kompetenzen, Fremd- und Selbstwahrnehmung)

Musiktherapeutische Förderung

Ziele:
  • Musikalische Fördeung
  • Entwicklungsförderung/ Förderung der Persönlichkeitsentwicklung.
  • Wahrnehmungsförderung
  • Förderung kommunikativer und interaktioneller Fähigkeiten
  • Förderung der emotionalen Ausdrucksfähigkeit
  • Einüben bestimmter Fähigkeiten und Fertigkeiten
  • Schulung motorischer und sensomotorischer Wahrnehmung und Fähigkeiten
Verschiedene Gruppenangebote sind nach gemeinsamer Absprache möglich.

Instrumentalunterricht für behinderte Menschen

Es ist ein besonderes Anliegen der Musikschule bei St. Anna e.V., einen Beitrag zur Integration von behinderten und nicht behinderten Menschen zu leisten. Auch ohne Notenlesen und ohne die Möglichkeit, eines der traditionellen Instrumente jemals perfekt spielen zu können haben geistig und körperlich behinderte Kinder und Jugendliche das Bedürfnis mit Musik umzugehen und das Potenzial dazu. Im spielerischen Umgang mit Stimme und Instrumenten kann jeder Einzelne den ihm gemäßen Zugang zur Musik entdecken und entfalten. Daher bieten wir diesen Zugang im Rahmen des Unterrichtsangebotes Der Musikschule bei St. Anna e.V. an und Frau Weiß berät Sie hierzu gerne.

Musikalische Förderung Gruppenangebote (max. 6 Kinder)

Integrative Musikgruppe

für musikinteressierte behinderte und nicht behinderte Kinder, die gemeinsam improvisieren, experimentieren, sich bewegen, singen und lauschen möchten

Musikalische Fördergruppe

für entwicklungsverzögerte und behinderte Kinder im Alter bis 4 Jahren unbelasteter Zugang zu musikalischen Klangräumen sollen eröffnet werden Lust und Freude am Ausprobieren sind vorrangig Entwicklung der Motorik, Wahrnehmungs-, Aufmerksamkeits- und Kommunikationsfähigkeit

Trommelgruppe

für Kinder, die die Welt der Rhythmik, ohne Leistungsdruck und Notenlesen, spielerisch und ganzheitlich entdecken und erleben wollen: durch gemeinsames Trommeln, rhythmische Spiele auf verschiedenen Perkussionsinstrumenten, mit der Stimme sowie dem ganzen Körper

CI - Gruppe

für hörgeschädigte Kinder und Kinder mit Cochlear Implantat (CI)

Gruppe für hyperaktive Kinder

gemeinsame musikalische und rhythmische Spiele zur Sensibilisierung und Differenzierung der Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und des Erlebens sowie zur Förderung der sozialen Kontaktfähigkeit

Musik – und – Klang – Erlebnisgruppe für Erwachsene

Die Welt der Musik gemeinsam, aktiv und spielerisch entdecken
Musik und Klänge sprechen beim Menschen emotionale, sensomotorische und kognitive Kanäle an, über die Selbstwert, Fantasie, Körper- und Raumempfinden, motorische und sprachliche Koordination sowie Gedächtnis und Aufmerksamkeit aufgebaut und gefördert werden können.

Die Musik- und - Klang-Erlebnisgruppe richtet sich an Erwachsene, die Musik und Klänge für sich (neu) entdecken und erleben wollen, ohne dass spezielle musikalische Vorkenntnisse und Fähigkeiten vorhanden sein müssen. Im gemeinsamen freien Musizieren können die vielfältigen Eigenschaften der Musik erlebt werden. Dabei geht es nicht um das Erlernen eines Instrumentes oder das Einstudieren spezieller musikalischer Stücke, sondern die Musik selbst ist Ausdrucksmittel. Zudem können auch die entspannende Wirkung von Klängen und Musik durch z.B. Entspannung zu meditativer Musik und Klangreisen oder gemeinsamen Musizieren auf entsprechenden Instrumenten erfahren werden.

Musiziert wird mit dem eigenen Körper und auf verschiedenen Instrumenten, die man auch ohne Vorkenntnisse zum Klingen bringen kann, wie z.B. Perkussionsinstrumente und Orff – Instrumente (z.B. Stabspiele, Trommeln, etc.). Neben dem gemeinsamen Musikmachen, kann auch das Musikhören eingesetzt werden und auch andere kreative Medien wie Malen oder Bewegung zur Musik können bei Bedarf miteinbezogen werden.

Austausch

Zur individuellen Abklärung, welches der Angebote im Einzelfall geeignet ist, geht ein (Eltern)gespräch voraus. Da Integration und interdisziplinäre Zusammenarbeit wesentliche Voraussetzungen zur optimalen Zielerlangung darstellen, wird bei Bedarf der Kontakt zu behandelnden ÄrztInnen, anderen TherapeutInnen, ErzeiehrInnen, MusikschulkollegInnen usw. hergestellt.. Hierbei ist auch die Zusammenarbeit mit anderen, z.B. pädagogischen, Institutionen in Form von Projekten denkbar. Bei Kindern sind zudem regelmäßige Elterngespräche wichtig.

Kosten

Musiktherapie ist leider bisher keine kassenärztliche Leistung. Die Preise und Modalitäten der einzelnen Angebote sind unterschiedlich und können unter Rücksprache mit der Therapeutin (siehe Kontakt)erfahren werden. Die Kostenübernahme der Musiktherapeutischen Förderung kann im Einzelfall unter bestimmten Bedingungen im Rahmen der Eingliederungshilfe nach SGB als heilpädagogische Maßnahme mit Musik beim zuständigen Kostenträger beantragt werden. Zudem sind dank des Fördervereins der Musikschule bei St. Anna e.V. Ermäßigungen aus sozialen Gründen auf Antrag möglich.
Kontakt
Regina Weiß
Diplom-Musiktherapeutin,
Diplom-Sozialpädagogin (FH)
Tel.: 0821/5089679
E-Mail an Fr. Weiß